Bericht: Offene Tür für künftige Fünftklässler

14. Januar 2023

Bildungs-Parcours zu Goethe, Newton und Friko-Brötchen

Anfangs ist Ben Daniel (11) und Linus Trienekens (12) die Aufregung noch ein wenig anzumerken. Nach 100 Schritten und drei mal Türaufhalten mit einer Eltern-Kind-Gruppe durch die Liebfrauenschule Mülhausen haben die Sechstklässler ihre Beklommenheit abgelegt und leiten die zwölf Besucher souverän über den Schulcampus. Am heutigen Samstag ist Tag der Offenen Tür. Für das Gymnasium mit knapp 1100 Schülern geht es darum, den Eltern mit ihren Kindern sowie Freunden, Geschwistern und Verwandten die Vorzüge vorzustellen und ins Gespräch zu kommen.
Die beiden Schüler aus der 6b hatten sich freiwillig gemeldet, als ihre Klassenlehrerin Heike Zellkes gefragt hatte, ob jemand bei den Führungen helfen kann. Traditionell machen das an der Liebfrauenschule Lehrer und Schüler im Team. So ist insbesondere für die künftigen Fünftklässler auch ein Ansprechpartner auf Augenhöhe dabei. Für junge Liebfrauenschüler wie Ben und Linus ist es andererseits eine verantwortungsvolle Aufgabe, ihre eigene Schule zu präsentieren. „Ist ja noch gar nicht so lange her, dass wir selbst hier als Viertklässler offen empfangen wurden“, sagt Ben, der wie Linus Sport als sein Lieblingsfach bezeichnet. An Nummer 2 steht für ihn Biologie, für Linus ist es Englisch.
„Ich habe da noch eine Frage“, wendet sich Michael Lessenich an Ben, als es ab dem Pädagogischen Zentrum durch die Pausenhalle in Richtung Sporthalle geht - das ist die erste von einem Dutzend Stationen, die Ben und Linus mit dem roten Schild „Führung“ in der Hand ansteuern. Der 44-jährige Grefrather Michael Lessenich hat selbst im Jahr 1998 Abitur an der Liebfrauenschule gemacht und nutzt heute mit seiner Ehefrau Anke und den beiden Töchtern Carla (10) und Luise (7) die Offene Tür, sich über die Angebote zu informieren. Für Carla steht im Sommer ein Wechsel an die weiterführende Schule an. Neben den Schüler-Begleitern kann Papa ihr bereits einiges erklären und aus seinen Mülhausen-Erfahrungen berichten.
Beim weiteren Rundgang stehen neben den Unterrichts- und AG-Inhalten ganz pragmatische Fragen an. So etwa in der Cafeteria, wo die Mutter Michaela Rüth nach den Öffnungszeiten fragt - in Zeiten von Ganztags-Unterricht ein wesentlicher Aspekt für die Versorgung des Nachwuchses. Schnell kommt man mit Jens Pfeil-Schneider und Nicole Bauß vom Förderverein ins Gespräch, die in ihrer roten Schürze ehrenamtlich in der Cafeteria engagiert sind und erst mal eine Runde Frikadellenbrötchen anbieten - „heute gegen Spende“. Die Grefratherin Michaela Rüth, mit ihrem Mann Heiko und ihrer Tochter Jette (9) zu Gast, war ebenfalls Liebfrauenschülerin. „Unser Lasse ist hier schon in der 7. Klasse“, erzählt die Angestellte bei der Mönchengladbacher Stadtverwaltung, während es nun in Richtung Bibliothek die Treppen hochgeht in den zweiten Stock.
Ben und Linus, die beide aus Vinkrath sind, können sich am Rande bei einer Stärkung über ihr morgiges Handballspiel im Verein TS Grefrath unterhalten, wo sie in einer Mannschaft zusammen spielen. Thema ist natürlich auch das Abschneiden der Handball-Nationalmannschaft bei der WM.
Im Anschluss an den Cafeteria-Aufenthalt schaut sich Michael Lessenich in der Bücherei interessiert um: „Wer darf überhaupt die Bibliothek nutzen?“ Früher, erinnert sich der Journalist, war die Schmökerstube den Mitgliedern des Ordens „Unserer Lieben Frau“ vorbehalten. „Heute darf jeder Schüler uneingeschränkt die literarischen Schätze und die konzentrierte Lernatmosphäre der Ruhe genießen“, berichtet Anke Nawrocki vom Bibliotheks-Team.
„Pst“, wird eine Etage höher auf dem Flur zur Schulkapelle geflüstert. Doch bei Schulseelsorger Frank Reyans muss in der Kapelle niemand leise reden. Der Geistliche erläutert der Gruppe um Ben und Linus unter anderem, dass es für den Religionsunterricht einer Schule mit katholischem Träger keine Rolle spielt, welcher Konfession der Schüler angehört. Und bereitet die künftigen Fünftklässler schon einmal darauf vor, dass in diesem Jahr - sofern sie an der Liebfrauenschule Mülhausen ihre weiterführende Schullaufbahn starten - das Jubiläum „135 Jahre“ ansteht.
Gutgelaunt geht es nun weiter zu den nächsten Stationen. Auf den Fluren im weitverzweiten Schultrakt begegnen der Gruppe weitere Besucher-Pulks, bei denen Unterstufenschüler Schilder mit „Englisch“, „Latein“ oder „Kunst“ hochhalten. Ein Erlebnis ist in den naturwissenschaftlichen Räumen der MINT-Schule die Experimentalshow „Chemie“ um die Lehrerinnen Yvonne Rosso und Anna Terbrüggen. Dabei leuchten besonders die Augen von Ben, der neben Biologie auch die anderen Naturwissenschaften liebt. Den Schulzoo mit Antje Kulms draußen im Park mit Ziegen, Schafen, Hühnern, Schweinen und Rindern finden einfach alle toll. Aber auch die offenen Proben im Mariensaal mit den Musiklehrerinnen Sibylle Hausmann, Theresa Kruse und Stefanie Dams spricht die Teilnehmer der Führung an.
„Es war sehr aufschlussreich, ich persönlich habe viele neue Dinge an meiner alten Schule entdeckt“, bedankt sich Michael Lessenich gegen Mittag im Namen der Familien bei Ben und Linus. Jetzt ist die Gruppe nach dem Rundgang wieder im PZ, wo auf der Bühne verschiedene Einrichtungen wie der Schulsanitätsdienst, der Fremdsprachen-Katalog u.a. mit Chinesisch, Spanisch und Italienisch sowie der Bilingual-Zweig und das Profil „Sport und Gesundheit“ vorgestellt werden. Der Stolz, den Erwachsenen und Kindern einiges über das Leben an der Schule vermittelt zu haben, ist Ben und Linus anzusehen. Jetzt haben Carla, Jette und all die anderen Neun- bis Zehnjährigen die freie Wahl, ob sie demnächst die Liebfrauenschule Mülhausen besuchen.

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